Die Wiesingers

Die Wiesingers {Die Wiesingers}

Familienserie, Deutschland (1983)





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Rollen und Darsteller

Rolle Darsteller
Anton Wiesinger Hans-Reinhard Müller
Gabriele Wiesinger Gaby Dohm
Ferdl, ältester Sohn Werner Stocker
Theres, Tochter Irene Clarin
Toni, jüngster Sohn Toni, jüngster Sohn
Dr. Alfred Wiesinger Elmar Wepper
Felix, Butler Gerd Fitz
Babette, Köchin Carla-Maria Heim
Josef, Hausknecht Bernd Helfrich
Annie, Hausmädchen Regine Hackethal
Dienstmann Bauch Werner Asam
Amtmann Schmaus Maxl Graf
Christine, Gouvernante Kyra Mladek
Onkel Vitus Willy Schultes
Vetter Wiggerl Michael Stippel
Buchhalter Bauer Hans Baur
Fontheimer, Bankier Walter Buschhoff
Frau Fontheimer Kathrin Ackermann
Irene Fontheimer Christiane Leuchtmann
Ministerialrat Leopold Ahlsen
Regie: Bernd Fischerauer


Epguide

Epguide

Staffel 1

1.
Jahrhundertwende

Weihnachten 1899 ist vorbei, doch nachweihnachtlicher Friede ist nicht eingekehrt im Haus des angesehenen Münchner Brauereibesitzers Anton Wiesinger. Man will Silvester und die Jahrhundertwende besonders feiern, doch die lange erwartete Ernennung zum Kommerzienrat - der eigentliche Anlass für das Fest - ist ausgeblieben. Dabei hat Frau Gabriele die entsprechenden Einladungen bereits verschickt. Eine Blamage bahnt sich an. Sofort beginnt die Familie umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Hat man den Minister beleidigt? Steckt etwa die Konkurrenz dahinter oder ist die Ernennung in den Mühlen der bayerischen Ministerialbürokratie hängen geblieben? Auch Neffe Alfred, der als Rechtsanwalt gute Verbindungen zur bayerischen Ministerialbürokratie hat, wird eingeschaltet. Ihm und dem immer hilfsbereiten Dienstmann Bauch gelingt es schließlich, die Situation zu retten. Der Toast des frischgebackenen Kommerzienrats bei der Silvesterfeier auf das 20. Jahrhundert fällt optimistisch aus: Man wird herrlichen Zeiten entgegengehen.


2.
Der junge Herr Ferdinand

Theres, die Tochter des königlich-bayerischen Kommerzienrats und Brauers Anton Wiesinger, hat nach einem Reitunfall einen kleinen körperlichen Makel: Sie "hatscht" (hinkt) ein wenig. Große Sorgen macht der älteste Sohn, Ferdinand, Bummelstudent der Jurispudenz. Sein Techtelmechtel mit Gusti, einer jungen Dame vom Ballett, ist das Tagesgespräch der bayerischen Residenzstadt. Anstatt sich bei der Tochter des Hausbankiers Fontheimer zielstrebig zu engagieren und eine vorteilhafte Ehe anzusteuern, widersteht Ferdinand großbürgerlichem Zweckdenken und dessen doppelter Moral. Ferdl und seine Gusti provozieren auf der Fontheimerschen Soiree einen Eklat. Ferdinand trifft ein väterliches Donnerwetter: Mit der Gusti ist es aus, der Ferdl muss nun in Weihenstephan das Brauwesen studieren und in die Studentenverbindung "Bavaria" eintreten! Gabriele Wiesinger bekommt endlich das ersehnte Automobil und chauffiert Sohn Ferdinand nach Weihenstephan.


3.
Das Hamburger Konto

Braugerste muss auch am Sonntag umgewendet werden. Wiesingers Arbeiter wollen nun dafür bezahlt werden. Eigentlich müsste die Familienbrauerei modernisiert und mit Maschinen ausgerüstet werden. Oder soll man auf die altbewährte Art weiterwursteln und Personal entlassen? Wiesingers forscher Sohn Ferdinand, der erfolgreich das Brauwesen studiert, ist für den Fortschritt in Gestalt einer Mälztrommel. Doch fehlt das Geld und Wiesinger fürchtet, nicht kreditwürdig zu sein. Er plant den 42. Geburtstag seiner Frau Gabriele mit Pomp zu begehen, um den Schein zu wahren. Ferdl prüft ohne Wissen seines Vaters die Bücher und findet ein Loch in der Bilanz. Die Brauerei macht seit Jahren Gewinn, doch der wird in den Büchern nicht ausgewiesen. Das Geld liegt auf einem Sperrkonto, das Anton Wiesinger als Mitgift für seine seit einem Reitunfall behinderte Tochter Theres angelegt hat. Zwischen Vater und Sohn bricht wegen der Finanzen offener Streit aus. Doch der Familienzwist geht weiter: Gabriele Wiesinger vermutet, dass ihr Mann das Geld ganz woanders "angelegt" hat und will die Wahrheit wissen. Theres wiederum ist empört und will die Mitgift gar nicht. Hausbankier Fontheimer amüsiert sich glänzend auf dem Geburtstagsfest. Wie man hört, ist er begierig, seinem Geschäftsfreund Wiesinger Kredit einzuräumen.


4.
Das Doppelzimmer

Eine der ersten, die im München des Jahres 1905 ein Automobil steuern, ist die unternehmungslustige Gabriele Wiesinger. In ländlicher Gegend gerät sie mit der Benzinkutsche zwischen Vieh, Mensch und Wagen in eine prekäre Situation. Ein galanter Herr, Baron von Hallbach, hilft Gabriele Wiesinger bei diesem Zwischenfall und ist auch in der folgenden Zeit aufmerksam. Gabriele widersteht allen Verführungen, anders ihr Mann Anton. Der gerät durch seinen Schulfreund Gruson an Josefine Berghammer, über 30, eine sogenannte Emanzipierte, Prokuristin in einer Trikotagenfabrik. Doch Josefine, bereit, sich auf eine offene und öffentliche Beziehung ohne doppelte Moral einzulassen, ist Anton Wiesinger zu frei in ihren Ansichten. Das schon bestellte Hotelzimmer bleibt ungenutzt. Gabriele ist mit Ferdl unterwegs zum Automobil-Grand-Prix in Les Mans und macht in Paris Station. Baron von Hallbach ist ihr gefolgt, gemeinsam besichtigt man Paris - weiter nichts. Nach ihrer Rückkehr findet Gabriele die Hotelrechnung. In der Aufwallung ihrer Gefühle nimmt sie die Einladung des Barons aufs Land an. Auf dem Weg dorthin wickelt sich ihr langer Schal um ein Hinterrad des Automobils und Gabriele verunglückt tödlich.


5.
Die Pariserin

Anton Wiesinger fühlt sich schuldig am plötzlichen Tod seiner Frau Gabriele. Er ist tief getroffen und es ist kaum mit ihm auszukommen. Seine Kinder überreden ihn, auf Reisen zu gehen. Kaum dass Theres und Ferdl die ersten Schritte ohne Eltern getan haben, ist Wiesinger wieder zu Hause. In seinem Gefolge befindet sich eine junge Französin, die Anton Wiesinger im Hotel Vier Jahreszeiten einquartiert hat. Der Münchner Brauer und Kommerzienrat, ein Mann in den besten Jahren, will Lisette heiraten, eine Ausländerin und 30 Jahre jünger als er. In der bayerischen Haupt- und Residenzstadt erregen sich die Gemüter, Wiesingers Kinder vermuten gar Erbschleicherei. Ferdl lässt nachforschen und es stellt sich heraus, dass Lisette Morion nicht vermögend ist und unehelich ein Kind geboren hat. Auch Dr. Alfred Wiesinger hat seine Informationen und kommt zu völlig anderen Ansichten über Lisette, denn "was wahr ist, muss nicht richtig sein". Ferdl erkennt, dass er und seine Geschwister Lisette bitter Unrecht getan haben. Er nimmt sich ein Herz und fährt ins Hotel. Dort teilt man ihm mit, dass Madame im Begriff ist abzureisen. Er trifft Lisette im Bahnhofswartesaal und lernt eine vernünftige und liebenswerte Frau kennen. Ferdl muss eingestehen, dass alle Vermutungen über Lisettes "skandalöses Leben" aus der Luft gegriffen sind. Der Sohn hält die gekränkte Französin davon ab abzureisen. Sehr zur Freude seines Vaters, der sich bei der gebotenen Eile zum ersten Mal in einer Motordroschke zum Bahnhof fahren lässt. Einer Hochzeit steht nun nichts mehr im Wege.


6.
Ferien auf dem Lande

Lisette hat die Feier am Vorabend von Anton Wiesingers 60. Geburtstag in die angenehm kühle Kegelbahn verlegt, wo man sich samt der treuen Dienerschaft glänzend amüsiert. Wie in jedem Jahr will die Familie Wiesinger samt Personal die heißen Tage auf dem eigenen Sommersitz in Oberwössen im Oberland verbringen. Nebenan sind neue Nachbarn eingezogen, die lärmen und alles umbauen. Sehr zum Missfallen Anton Wiesingers, das sich noch steigert, als er sieht, dass es sich bei dem Störenfried um den weit und breit bekannten und gerissenen Hopfenhändler Brandl handelt, den Anton überhaupt nicht leiden mag. Mit Hilfe Gottes und des Wildhüters Atzinger gelingt es Wiesinger auf Einladung des gräflichen Jagdherrn einen Hirschen zur Strecke zu bringen. Und wer steht plötzlich da und behauptet, der Bock liege auf seinem Grund? Der Brandl! Theres hat wieder zu reiten begonnen und, zusammen mit Lisette, ein Pferd gekauft. Auf ihren Ausflügen zu Pferd lernt sie einen jungen feschen Mann kennen. Bald sind sich die jungen Leute zugetan. Der stolze Reiter ist Franz Xaver Brandl, Sohn des Nachbarn. Am Wiesingerschen Sommerhimmel zieht ein Gewitter auf, es steht schlecht um die junge Liebe. Lisette, deren Herz für Liebe eher schlägt als für deutsche Prinzipien, ergreift Partei und hält Anton eine Standpauke, die sich gewaschen hat.


7.
Theres

Therese Wiesinger hat sich in den Sohn vom Hopfenhändler Brandl verliebt. Anton Wiesinger stellt sich für seine Tochter, trotz ihres Gehfehlers, eine wesentlich vornehmere Verbindung vor. Mit Frau und Tochter fährt er nach Paris, um letztere auf andere Gedanken zu bringen. Theres verlässt Paris heimlich und flüchtet zu ihrem Franz Xaver nach München. Wiesinger muss seine Tochter gewähren lassen. Bei Besichtigung der neuen Wohnung für das zukünftige Paar, dann beim Opernbesuch - es wird Lohengrin von Richard Wagner gegeben - zeigt sich, dass die beiden jungen Leute einen recht unterschiedlichen Geschmack haben, dass divergierende Interessen bestehen, weil man aus verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen stammt. Auf einer Faschingsredoute will Theres beweisen, dass sie genauso tanzen kann wie andere. Sie übernimmt sich und stürzt. Theres glaubt, dass sie wegen ihrer Behinderung das Gespött der Residenzstadt ist und dass es für sie keine Zukunft gibt. Franz Xaver bekommt einen Abschiedsbrief. Theres wird nie heiraten.


8.
Familienzwist

Man ist bei Bankier Fontheimer eingeladen, der Anton Wiesinger mit Mr. Stone bekannt macht. Der amerikanische Unternehmer und Millionär, ein Emigrant aus dem Hessischen, will in München mit Grundstücken spekulieren und deshalb auch die Wiesingersche Brauerei samt Grundbesitz kaufen. Bei den Verhandlungen hat Ferdl endlich Gelegenheit sich auszuzeichnen. Geschickt bereitet er einen vorteilhaften Handel vor, der Papa bräuchte nur zu unterschreiben. Doch Wiesinger will nicht. Für ihn ist das Familienunternehmen kein Objekt, das man mit stattlichem Gewinn verkauft und dann irgendwo neu und modern baut. Anton Wiesinger fühlt sich ehrbarer Tradition verpflichtet. Ferdl bekommt einen Rüffel und der Vater setzt noch eins drauf. Er verkauft Mr. Stone für einen exzellenten Preis eine Ecke des Wiesingerschen Grundbesitzes, die diesem zur Arrondierung des Nachbargrundstücks noch fehlt. Ferdl ist tief gekränkt. Schon lange fühlt sich der Älteste eingeengt. Er nimmt ein Angebot von Mr. Stone an, für diesen in Amerika zu arbeiten. Bestärkt wird er darin von seiner Geliebten Laura Coletti. Der gefeierte Star des Münchner Theaters am Gärtnerplatz hat ein Angebot für eine Tournee durch die Vereinigten Staaten. Man könnte gemeinsam in die Neue Welt aufbrechen. Obwohl die Familie Anton Wiesinger drängt, Ferdl zu halten, ihm Verantwortung zu übertragen, sperrt sich das Familienoberhaupt. Das Ende des Konflikts zweier Wiesingerscher Dickschädel ist bitter für alle. Benebelt von Alkohol und Abschiedsschmerz brechen Ferdls Gefühle für Lisette aus ihm heraus. Ferdl geht mit Anstand, doch ohne Abschied vom Vater.


9.
Der Nachfolger

Endlich ist die langersehnte Einladung des Prinzregenten Luitpold zu einem Mittagessen eingetroffen. Doch bevor zu Tisch gebeten wird, müssen sich die Gäste des hochbetagten Herrschers ihr Mahl erschwimmen, und zwar im eiskalten Wasser. Anton Wiesinger holt sich dabei eine handfeste Lungenentzündung, was aber den Stolz über die Ehrung nicht schmälert. Jetzt soll Toni der Nachfolger in der Brauerei werden, doch der ist mit Leib und Seele bayerischer Leutnant. Erst nach langem Drängen verzichtet er auf eine militärische Karriere. Bei Tonis Eintritt in die Brauerei muss Anton Wiesinger feststellen, dass der, anders als Ferdl es versteht, sich gegen den Patriarchen durchzusetzen. Das gilt für das Geschäft ebenso wie für sein Verhältnis mit dem Ladenmädel Franzi. In der Firma weht ein frischer Wind. Dem treuen Buchhalter Bauer wird ein Fachmann aus Dortmund, Dr. von Schulz, "Preuße" und Reserveoffizier wie Toni, als Oberbuchhalter vor die Nase gesetzt. Schmollend zieht sich Wiesinger zurück, zumal er fühlt, dass mit dem Tod des Prinzregenten, auch seine Zeit zu Ende geht. Doch so ganz ist der alte Wiesinger noch nicht aus dem Geschäft, denn Bankier Fontheimer macht seine Kreditzusage für einen erheblichen Betrag davon abhängig, dass Anton verantwortlich im Geschäft bleibt. Wiesinger freundet sich mit seiner neuen Rolle als Privatier langsam an und verreist mit Lisette


10.
Lieb' Vaterland

Man schreibt das Jahr 1914. Toni leitet erfolgreich die Geschäfte des Wiesingerbräus. Anton Wiesinger hat sich zurückgezogen und grantelt ausgiebig. Lucie erwartet ein Kind vom Neffen des Dienstmanns Bauch, einem arbeitslosen Schlossergesellen, der sie heiraten will. Anton Wiesinger kündigt ihr, doch Lisette besteht darauf, dass Lucie im Haus bleiben kann. Obwohl die Zeiten gut sind, scheint etwas in der Luft zu liegen. Die Nachricht von der Kriegserklärung schlägt ein wie eine Bombe. Die Menge zieht unter Absingen nationalistischer Lieder durch die Straßen und die Stimmung schlägt in irrationalen Franzosenhass um. Lisette wird vor einem Modegeschäft mit französischer Ware von einer Menschenmenge zusammengeschlagen, die sie verdächtigt, eine französische Spionin zu sein. Obwohl die Brauerei beide braucht, melden sich Toni und Dr. von Schulz freiwillig. Bald steht Toni an der Front in Frankreich. Anton Wiesinger möchte, dass sein Sohn freigestellt wird. Mit dem mühevoll erstrittenen Papier reist der Vater hinter die Linien. Obwohl der verletzte Toni sieht, was Krieg bedeutet und er die Parolen von baldigem Sieg und Heimkehr durchschaut, kann er seinem Vater nicht nach München folgen. Einsam feiert man in der Villa Wiesinger das erste Kriegsweihnachten: Anton, Lisette, Alfred und Theres Wiesinger sowie die Dienerschaft. Lucie hat einen Buben bekommen, dessen Vater in den ersten Kriegsmonaten gefallen ist. Dienstmann Bauch und Josef sind entsetzt über das Kriegsbier, gebraut nach der Kriegswirtschaftsverordnung, mit sechs Prozent Stammwürze.


11.
Schwierige Zeiten

1916: Seit mehr als zwei Jahren ist Krieg. Auch die Wiesingers bekommen die Folgen jetzt schmerzlich zu spüren. Die Köchin Babette, seit 48 Jahren im Haushalt, hat sich beim täglichen Anstehen nach Lebensmitteln eine Lungenentzündung geholt - alle Bemühungen des eilig herbeigerufenen Sanitätsrats sind letztlich vergeblich. Theres bekommt man in der Villa kaum mehr zu sehen. Sie widmet sich mit Leib und Seele den Kriegsinvaliden in einem hoffnungslos überfüllten Lazarett und blüht mit dieser Verpflichtung zusehends auf. Nachdem sein Sohn Toni mit "Hurra" in den Krieg gezogen ist, hat Anton Wiesinger nun doch wieder die Geschäfte in der Brauerei übernommen. Er, der aus seiner Abneigung gegen diesen Krieg kein Hehl macht, muss um die Rohstoffe für ein Bier betteln, für dessen Qualität er sich eigentlich nur schämen kann. An die Stelle von Babette tritt - dank Fontheimers Vermittlung - die resolute und selbstbewusste Klara. Sie hat im "Vier Jahreszeiten" gelernt, doch mit den schlechten Lebensmitteln und "minderwertigen Ersatzstoffen" umzugehen, versteht sie nicht. Bankier Fontheimer hat in seinem Betrieb die Zügel wieder fest in der Hand. Sein Schwiegersohn ist an der Front. Er gibt Wiesinger den Tipp, dass in Kürze Zinn als Materialspende eingesammelt werden soll. Anton Wiesinger lässt seine wertvolle Bierkrugdeckelsammlung lieber im Garten vergraben, bevor sie der Staat einkassieren kann. Allein die Lebensmittelpakete von Ferdl aus Amerika halten die Familie einigermaßen über Wasser. Doch davon will Anton nichts wissen. Nur Lisette hält Kontakt und sie lässt Ferdls Briefe immer offen im Haus herumliegen, damit Anton sie unbemerkt lesen kann. Auch Josef muss nun zur Musterung und wird eingezogen. Als Rumänien Österreich den Krieg erklärt, werden die letzten Kräfte mobilisiert. Anton sorgt sich noch mehr um das Schicksal von Toni. Seit Wochen ist keine Post mehr von ihm gekommen und der Brief, der dann eintrifft, mehr als ein halbes Jahr alt. Doch plötzlich bekommt er schreckliche Gewissheit. Ein Kriegskamerad des Jungen teilt der Familie mit: Toni ist am Surdukpass in Rumänien vermisst.


12.
Franzl

Tief getroffen von der Nachricht, dass sein Sohn Toni als vermisst gemeldet ist, zieht sich Anton Wiesinger zu den Verwandten nach Oberwössen zurück. Die Geschäfte in der Brauerei und die Verhandlungen mit den rebellischen Arbeitern überlässt er allein seinem Direktor Dr. Pfahlhäuser. Selbst als Lisette und Theres den Familienpatron besuchen, verschließt dieser sich allen Problemen und drängt die Besucher zur Heimfahrt mit dem Versprechen, zu Lisettes Vierzigstem in die Stadt zu kommen. Lisette hat die Schwermut gespürt, die sich hier draußen in das Wesen ihres Mannes eingeschlichen hat, und quartiert deshalb den kleinen Sohn der Haushälterin Lucie auf dem Vitushof ein. Anton Wiesinger ist überrascht, beinahe entrüstet über den lebenslustigen Eindringling. Doch es dauert nicht lange, und er freundet sich mit der Neugierde und der Unbekümmertheit des kleinen Franzl an. Butler Felix wird zum Dienst bei der Post abkommandiert. Als der Geburtstag von Lisette näherrückt, lässt Klara ihr Organisationstalent spielen und zaubert zum Fest eine Tafel, wie sie in Friedenszeiten des Anlasses nicht würdiger hätte sein können. Für einen Tag scheint die heile Welt der Vorkriegszeit in die Räume der Villa zurückgekehrt zu sein - und auch für eine Nacht, denn Lisette und Anton kommen sich wieder näher. Am darauffolgenden Tag verkündet das Familienoberhaupt, in München bleiben zu wollen. Selbst am Jahrestag von Tonis Vermisstenmeldung verfällt Anton Wiesinger nicht mehr in die frühere Trauer. Er beschließt vielmehr, den Franzl zu adoptieren.


13.
Oberlein

Anton Wiesinger kämpft um Franzls Adoption, doch die Rechtslage ist eindeutig. Solange er selbst Nachkommen hat, darf der alternde Brauereibesitzer kein Kind adoptieren - und wenn er noch so tobt! Franzls Mutter Lucie war die ganze Sache ohnehin nicht geheuer. Dass ihm inzwischen eine ganz andere Art des Familienzuwachses ins Haus steht, nimmt der Herr Kommerzienrat ebenfalls nicht gerade mit Begeisterung zur Kenntnis. Therese hat im Lazarett den 33-jährigen Hauptmann und Studienprofessor für Geografie, Deutsch und Turnen, Wolfgang Oberlein, kennen gelernt, der in Italien verwundet wurde und dem ein Bein amputiert werden musste. Einfühlsam betreut sie, die selbst infolge eines Reitunfalls seit Jahren hinkt, die ersten Gehversuche ihres Patienten. Schnell wird aus Mitleid Zuneigung. Als Oberlein aus dem Krankenhaus entlassen wird, treffen sich die beiden auch privat. Ihrem Vater gegenüber verteidigt Therese diese Freundschaft mit dem Satz: "Ich komm' mir zum ersten Mal im Leben als die Stärkere und G'sündere vor." Kurz darauf führt Theres Oberlein in ihrer Familie ein. Der eher etwas weltfremde Oberlein präsentiert ein für die schlechten Zeiten goldenes Gastgeschenk: ein großes Stück Mettwurst. Wie gesagt: Angetan ist Anton Wiesinger nicht gerade von seinem aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammenden und national gesinnten zukünftigen Schwiegersohn. Hat er sich doch immer so liebevoll um eine anständige Partie für seine Tochter bemüht und nun will die nicht einmal im weißen Brautkleid heiraten, sondern nun im schlichten Kostüm.


14.
Revolution

Ende Oktober 1918 rumort es in München. Doch trotz aller Not und dessen Kriegsverletzung an der Halswirbelsäule will Anton Wiesinger die Rückkehr seines Neffen Alfred aus dem Krieg gebührend feiern - mit einem festlichen Essen. Eigentlich war es abzusehen, dass sich dort der völkisch-national gesinnte Herr Schwiegersohn und der eifrig zwischen Regierung und Linken vermittelnde sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und Rechtsanwalt Dr. Alfred Wiesinger über kurz oder lang in den Haaren liegen würden. Das Familienoberhaupt hält sich aus dem politischen Zwist heraus. Ein Erdbeben erschüttert die Villa, gerade als man vom Ende einer Epoche spricht, und weckt böse Vorahnungen. Als Eisner die Republik ausruft, meint der Kommerzienrat nur, das sei doch ein honoriger Mann. Der Krieg ist zu Ende. In einem Feldpostamt hinter den Linien ist in den letzten Kriegstagen auch Felix, der Butler im Hause Wiesinger, gefallen. Während für den Hauptmann a. D. Oberlein eine Welt zusammenbricht, mehren sich die Kämpfe zwischen den "Weißen" und den "Roten". Auch Wiesingers ehemaliger Diener Josef ist bei den Roten mit von der Partie. Eisners Partei verliert die ausgeschriebenen Wahlen, und der bayerische Ministerpräsident wird kurz vor seiner Rücktrittserklärung auf offener Straße vom Grafen Arco erschossen. Die Räte übernehmen die Macht. All dies betrifft die Wiesingers nur am Rande, die Bogenhausener Villensiedlung bleibt ruhig, und Anton lässt sich im Schutz seiner Integrität in die Brauerei fahren, um den alltäglichen Geschäften nachzugehen. Doch die "weißen" Revolutionsgegner haben ihre Kräfte gesammelt. Sie rücken gegen München vor. In der Stadt werden Geiseln genommen. Auch in die Brauerei dringen Rotgardisten ein, und Anton Wiesinger wird im Luitpoldgymnasium gefangen gesetzt. Die anfängliche Gelassenheit des angesehenen Münchner Bürgers weicht nackter Angst, als Geiseln aus dem Nebenraum zur Erschießung abgeführt werden. Jetzt ist die Gruppe um Anton Wiesinger an der Reihe. Die Männer werden von dem fanatischen roten Revolutionär Schnittger schon in den Hof geführt, als ein Rotarmist den traurigen Zug anhält. Es ist Josef, einst Hausdiener bei Wiesingers. Geistesgegenwärtig rettet er seinen ehemaligen Herrn und die anderen vor dem sicheren Tod. Kurz darauf muss er selbst in der Wiesingervilla Zuflucht vor den "Weißen" suchen.


15.
Der verlorene Sohn

Die Kriegs- und Revolutionsschäden sind noch lange nicht behoben, als ein Brief in wenigen Worten die Rückkehr des tot geglaubten Toni aus der Gefangenschaft ankündigt. Überwältigt von Freude erleidet der inzwischen 72 Jahre alte Anton Wiesinger einen Herzanfall. Das ganze Haus ist in heller Aufregung. Lisette und Theres wollen Toni vom Bahnhof abholen, um die Aufregung für Anton zu mildern. Toni steigt jedoch schon in Pasing aus und sieht im Elternhaus nach sechs Jahren Gefangenschaft seinen Vater wieder. Ein blasser, elend aussehender Mann steht in der Eingangshalle: Der Krieg hat Toni gebrochen. Doch Anton Wiesinger richtet in der Brauerei schon alles für die Rückkehr seines Sohnes als Direktor ein. Die Ankündigung vom Nachwuchs bei seiner Schwester kommentiert der ehemals so Hoffnungsfrohe resigniert aus seiner tiefen Verzweiflung heraus. Seine alte Position als Direktor nimmt er wieder ein, doch nur, um dem Betrieb - sei es legal oder auf krummen Wegen - möglichst viel Geld zu entziehen und dieses in dubiosen Clubs mit Alkohol, Spiel und Frauen zu verjubeln. Anton Wiesinger wird von der Sorge um Toni geplagt und versucht, diesem alle Wünsche zu erfüllen. Irgendwann jedoch kann auch er die Augen vor dem Zustand seines Sohnes nicht mehr verschließen. Auf Anraten des Sanitätsrats soll der zum Drogensüchtigen und Alkoholiker Gewordene in einem Sanatorium behandelt werden. Doch darauf reagiert Toni mit Panik. Er glaubt, die Familie möchte ihn loswerden. Langsam beginnt es den Wiesingers zu dämmern, welch schreckliche Erlebnisse der Kriegsheimkehrer zu verarbeiten hat. Unerwartet wird die Familie für kurze Zeit aus all ihren Sorgen gerissen. Ausgerechnet als sich Toni gerade mit Oberlein angelegt hat, weil dieser nicht akzeptieren kann, wie sich sein Schwager gehen lässt, setzen bei Theres die Wehen ein. Sie bringt ein Mädchen zur Welt. Gabriele, wie seine Großmutter, soll das erste in Deutschland geborene Enkelkind von Anton Wiesinger heißen.


16.
Der Dollarprinz

Als Antons Enkelin Gabriele drei Jahre alt wird, hat die Inflation ihren Höhepunkt erreicht. Mit jedem Tag treibt sie weitere Unternehmen in den Ruin. Auch der Brauerei Wiesinger steht das Wasser bis zum Hals. Doch den Herrn Geschäftsführer interessiert das Schicksal des Familienunternehmens kaum - Toni flüchtet sich mit Alkohol und Drogen in eine andere Welt. Der Patron dagegen tut alles, um seine Brauerei zu retten. Nur eines will Anton nicht: die Brauerei in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Er und Lisette besuchen eine Revue im Deutschen Theater, um dort in lockerem Rahmen Bankier Baron Fontheimer zu treffen und ihn zu einem Kredit zu überreden. Doch Fontheimer rät, Anteile gegen Devisen zu verkaufen, um gutes Geld in die Firma zu bringen. Theres und Lisette sehen nur noch einen Ausweg: Hinter Wiesingers Rücken schicken sie ein Telegramm an Ferdl nach Milwaukee. Kostenpunkt 900 064 Reichsmark. In einem Gespräch mit ihrem Bruder Toni erfährt Theres, dass Franz Xaver Brandl, der Sohn des Hopfenhändlers, mit dem sie einmal verlobt war, gefallen ist. Anton Wiesinger reagiert verblüffend gelassen, als er erfährt, dass Ferdl auf dem Weg nach München ist, und will ihn sogar selbst von der Bahn abholen. Zur Begrüßung wird im Haus des Kommerzienrats - dank Ferdls Dollars - wieder groß aufgekocht. Köchin Klara ist glücklich, denn endlich kann sie zeigen, was sie im Hotel Vier Jahreszeiten gelernt hat. Der älteste Sohn der Familie hat sich in den vergangenen 13 Jahren hervorragend gemacht. Umgehend kommt Ferdl - ganz die amerikanische Schule - dann aufs Geschäftliche zu sprechen. Er bietet an, mit 10 000 Dollar in die Firma einzusteigen, mehr sei ihm leider nicht möglich. 10 000 Dollar sind in diesen Tagen 4 200 000 000 000 000 000 Reichsmark (4,2 Trillionen) wert. Kommerzienrat Anton Wiesinger ist überwältigt und schlägt ein. Anton und Theres erreicht die Nachricht, dass der alte Buchhalter Bauer gestorben ist. Er war mehr als 50 Jahre lang in der Firma. Selbstverständlich erweist ihm die Familie Wiesinger die letzte Ehre und kommt zur Beerdigung. Das Haus Wiesinger sieht nun offensichtlich wieder rosigeren Zeiten entgegen. Toni nimmt seinen älteren Bruder auf die nächtlichen Streifzüge mit und Ferdl beginnt zu ahnen, wie es um den Bruder steht. Die Ereignisse draußen auf der Straße, die Putschversuche und Schießereien, bekommt man in der Villa Wiesinger nur am Rande mit. Das Schicksal der Brauerei ist im Moment auch viel wichtiger: Ferdl, der faktisch die Leitung der Geschäfte übernommen hat, nimmt seinen Vater erneut ins Gebet. Es gäbe, so meint er, für den Familienbetrieb nur eine Chance: die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Anton Wiesinger willigt schließlich ein, doch etwas in ihm zerbricht.


17.
Verstrickungen

Es ist nicht leicht, Interessenten für den Einstieg in die Aktienbrauerei Wiesinger zu gewinnen. Honorige Münchner Geschäftsleute wie Geheimrat Bergdoll sagen nach der Betriebsbesichtigung zumeist ab, und nur mit Kleinaktionären kommt man nicht weiter. Während der Betriebsbesichtigung verunglückt Bauch schwer, da er sich über eine Anweisung von Dr. Pfahlhäuser hinwegsetzt. Er wird ein Krüppel bleiben und auf Hilfe angewiesen sein. Ferdl hat seine Fühler auch nach dem Rheinland hin ausgestreckt: Baron Lyssen erwägt einen Einstieg, aber nicht unter der Sperrminorität von 26 Prozent. Das kann Anton Wiesinger nicht akzeptieren. Nach einem Treffen zur frühen Morgenstunde in Lyssens Salonwagen, der im Münchner Hauptbahnhof steht, ist der königlich-bayerische Kommerzienrat empört. Ein Großindustrieller aus dem Ruhrgebiet, der ihm von Herzen unsympathisch ist, darf in seiner Firma nicht das Sagen haben. Nach heftigen Auseinandersetzungen gibt der Familienrat Ferdl Verhandlungskompetenz und wie durch ein Wunder handelt dieser Lyssens Bevollmächtigte auf 24 Prozent herunter. Mit der Vertragsvorlage bei seinem Vater präsentiert Ferdl sich selbst als den neuen Direktor. Er gedenkt, auch aus privaten Gründen, vorerst nicht zu seiner Familie nach Amerika zurückzukehren. Baron Fontheimer bittet Anton Wiesinger zu sich. Es ist das letzte Treffen der alten Weggefährten. Kurz darauf stirbt Fontheimer. Kommerzienrat Wiesinger hat sich mit den neuen Gegebenheiten - Aktiengesellschaft und Aufsichtsratsvorsitz - abgefunden. Gründlich, wie er ist, arbeitet er sich in das Aktienrecht ein. So muss Lisette mit Antons Neffen Alfred auf den Faschingsball gehen. Auf dem orientalischen Fest treffen die beiden zufällig Ferdl, der hier in Begleitung der hübschen und gescheiten Regine die ersten zaghaften Schritte in die Münchner Gesellschaft unternimmt. Als er Lisette sieht, bittet Ferdl seinen Cousin Alfred, sich um Regine zu kümmern. Für Dr. Alfred Wiesinger eine glückliche Wende, denn er und Regine verstehen sich ausgezeichnet. Schon beim ersten Tanz brechen bei Ferdl die alten Gefühle für Lisette wieder auf. Die ignoriert seine Annäherungsversuche so gut es eben geht. Doch Ferdl und Lisette beginnen ein Verhältnis.


18.
Nancy

Ferdl fällt aus allen Wolken; Nancy kündigt mit einem Telegramm ihre Ankunft an. In seiner Not quartiert Ferdl die eigene Frau in einem Hotel ein. Die spürt sofort, dass Ferdl hier eine Geliebte hat. Doch so schnell gibt Nancy Wiesinger nicht auf. So kommt Ferdl verspätet zur Gründungsversammlung der Aktiengesellschaft. Auf dem anschließenden Fest zieht Nancy alle Register, um Ferdl wieder für sich zu gewinnen. Doch es kommt zum Eklat.Anton Wiesinger übersieht nur scheinbar das Offensichtliche und amüsiert sich galant mit jener Josefine Berghammer, die schon vor Jahren einmal heftige Gefühle in ihm geweckt hat. Damals war sie eine unkomplizierte, allein stehende Geschäftsfrau, gerade über dreißig, heute scheint das Einzige, was sich an ihr geändert hat, das Alter zu sein. So plötzlich, wie sie gekommen ist, verschwindet Nancy wieder aus dem Leben der Wiesingers. Diesmal allerdings mit ihrem Gatten. Die beiden fahren nach Portofino. Die Familie wartet vergeblich mit dem Abendessen auf das Paar und Theres findet Toni, wie er sich Heroin spritzt. Der Bruder ist nie von dieser Sucht losgekommen.Nun steht Lisette vor einem Scherbenhaufen, denn Anton kehrt seinerseits den Spieß um und trifft sich mehrfach mit Josefine Berghammer. Zu allem Überfluss hat auch noch Klara gekündigt, um mit ihrem Mann ein Lokal zu eröffnen. Schon nach wenigen Tagen bricht Ferdl seinen Aufenthalt mit Nancy ab und kehrt zurück nach München, um Lisette zu einer Entscheidung zu bewegen. Doch die weist ihn ab. Nancy kehrt ebenfalls nach München zurück und es kommt zu einer bösen Szene zwischen ihr und Ferdl, in der nicht zuletzt um die beiden Kinder gestritten wird. Nancy kehrt alleine nach Amerika zurück.


19.
Getrennte Wege

Lyssen hat es geschafft! Über Mittelsmänner hält er 30 Prozent des Aktienkapitals der Brauerei Wiesinger und bestimmt mit jener Härte, die ihn zu einer Größe der deutschen Wirtschaft hat werden lassen, jetzt auch den Kurs von Anton Wiesingers Unternehmen. Doch den Familienpatriarchen scheint diese Wendung kaum zu kümmern, er richtet sich vielmehr als Privatier am Starnberger See einen komfortablen Altersruhesitz ein. Wird Lisette mit ihrem Gatten dort hinausziehen oder bei Ferdl in München bleiben? Dieser will endlich Klarheit über die gemeinsame Zukunft. Lisette misstraut Ferdls Gefühlen für sie: "Um deine große Liebe bleiben zu können, muss ich für dich etwas Verbotenes bleiben, eine Sünde, ein Traum." Ferdl fährt nach Amerika, um die Scheidung von Nancy einzureichen. Lisette reist ab. Anton Wiesinger hat seiner Frau keine Steine in den Weg gelegt, er pflegt vielmehr sein Verhältnis zu Josefine und genießt das Leben am Starnberger See. Doch ein Anruf von Theres reißt ihn aus seiner Idylle. Toni, der in letzter Zeit zusehends verfiel, wurde nach einer Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf Drogenhandel in Untersuchungshaft genommen. Antons Neffe, Dr. Alfred Wiesinger, wirft all seine Qualitäten als Rechtsanwalt in die Waagschale, um Toni vor einem Prozess zu bewahren. Er einigt sich mit dem Staatsanwalt auf eine Einweisung des Drogensüchtigen in ein privates Sanatorium. Ferdl erfährt nach seiner Rückkehr aus Amerika auf Umwegen, dass Lisette zu ihrem Bruder nach Frankreich zurückgekehrt ist. Er fährt ihr nach, doch er kann Lisette nicht dazu überreden, mit ihm nach seiner Scheidung von Nancy ein neues Leben zu beginnen. Auf Nimmerwiedersehen verschwindet Toni kurz nach der Entlassung aus der Heilanstalt. Er hatte sich nie von den schrecklichen Eindrücken der Kriegsjahre und Gefangenschaft freimachen können. Ein anderer Kriegsheimkehrer klettert inzwischen auf der Karriereleiter jener Organisation hinauf, die sich des Schicksals der arbeitslosen Soldaten in besonderer Weise annimmt: Tonis Schwager Wolf Oberlein ist vor kurzem zum Politischen Leiter in der SA ernannt worden.


20.
Letzter Walzer

Dunkle Wolken ziehen im Jahr 1932 auf - auch für die Familie Wiesinger. Baron Lyssen will die Zeichen der Zeit für sich nutzen und die Brauerei Wiesinger unter dem großen Dach eines anonymen Konzerns aufgehen lassen. Der Industrielle befindet sich auf der Gewinnerseite, denn er pflegt beste Kontakte zu den Nationalsozialisten. Im "Braunen Haus", der Zentrale der NSDAP in München, sitzt inzwischen auch Wolf Oberlein in einflussreicher Position. In seiner Freizeit widmet er sich als überzeugter "Arier" der Ahnenforschung. Als er dabei den Gemeindebuchauszug aus dem Heimatort seines Vaters zu Gesicht bekommt, bricht für den guten deutschen Nationalsozialisten eine Welt zusammen. Sein Vater war ein zum Katholizismus konvertierter Jude. Ebenfalls mit der Vergangenheit konfrontiert wird Anton Wiesinger durch den Besuch von Irene Döring, der viele Jahre jüngeren Schwester seiner ersten Frau. Anfänglich weiß er, der sich gerade enttäuscht von der nach seinem Geschmack zu freizügig lebenden Josefine zurückgezogen hat, nicht viel mit seiner Schwägerin anzufangen. Sie ist ganz anders als das Bild, das er von Gabriele erhalten hat. Doch allmählich löst sich die Spannung zwischen den beiden. Irene Döring wird Gast in der Villa am Starnberger See, sehr zum Missfallen von Frau Hinteregger, der Haushälterin. Anton versteht sich mit Irene besser und besser, je mehr Ähnlichkeit er zwischen den Schwestern erkennt. In der Zeitung liest das Familienoberhaupt von dem "Schandvertrag", den Ferdl hat unterzeichnen müssen. Das Wiesingerbier gibt es nicht mehr, der Name der alteingesessenen Familie wurde aus dem Firmenregister gestrichen. Anton fährt nach München. Dort versuchen Ferdl und Dr. Pfahlhäuser das Ganze als Zeitungsente darzustellen, um dem alten Herrn die Aufregung zu ersparen. Der Plan scheint zu gelingen, als Baron von Lyssens Sekretär Stülp hereinkommt und die Zeitungsmeldung in äußerst arroganter Manier bestätigt. Anton Wiesinger erleidet eine Herzattacke. Die Familie versammelt sich am Krankenbett und jeder sieht sofort, dass der Senior nicht mehr lange zu leben hat. Theres lässt Lisette benachrichtigen. Anton fiebert, erlebt die letzten Stunden in einer Traumwelt zwischen Gabriele und Irene, die an seinem Bett wacht. Für Anton Wiesinger hat sich der Kreis geschlossen. Lisette kommt zu spät zur Beerdigung und nimmt alleine am Grab Abschied von ihrem Mann.

Epliste

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Staffel 1

Nr. Premiere USA Episodentitel USA Episodentitel DEU Premiere DEU
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Jahrhundertwende
Der junge Herr Ferdinand
Das Hamburger Konto
Das Doppelzimmer
Die Pariserin
Ferien auf dem Lande
Theres
Familienzwist
Der Nachfolger
Lieb' Vaterland
Schwierige Zeiten
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Revolution
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Alle Texte (wenn nicht anders angegeben): ARD

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