Two and a Half Men

Charlie Sheen ist allgegenwärtig

Acht Jahre hat Charlie Sheen den saufenden Weiberhelden Charlie Harper gemimt - und sich dabei wohl meist selbst gespielt. Bis ihn die Produzenten der Erfolgssitcom Two And A Half Men von einem Tag auf den anderen feuerten. Ein halbes Jahr haben die Fans nun darauf gewartet, dass die erste Episode ohne den früheren Hauptdarsteller über die Bühne geht. Seinen Platz hat bekanntermaßen Ashton Kutcher eingenommen. In den USA lief Der Typ im Staubsauger gestern Abend im Fernsehen. Der erste Eindruck: Sheen wurde gar nicht so sehr vermisst - aber er war ja auch allgegenwärtig.Die erste Folge der neunten Staffel begann mit einer Beerdigungsszene. Neben dem Sarg hingen Bowlinghemd und Shorts, wie Sheen sie all die Jahre als Harper getragen hatte. Rose (Melanie Jayne Lynskey) berichtete, wie es zu Charlies Tod kam und dass alles ein schrecklicher Unfall gewesen sei. Natürlich sind auch die restlichen Verflossenen des Womanizers anwesend, die noch die eine oder andere Rechnung mit ihm offen haben.Der Typ im Staubsauger war voll von Anspielungen auf den Rauswurf Sheens nach Alkohol- und Sexeskapaden sowie der Beleidigung des Produzenten Chuck Lorre, den Charlie Sheen als «verseuchte kleine Made» bezeichnet hatte. «Ich kann verstehen, wenn einige gemischte Gefühle haben», sagte Charlie Harpers Serienbruder Alan (Jon Cryer) auf der Trauerfeier. Und als die zahllose Exfreundinnen die Leiche sehen wollen, sagt er: «Das geht nicht, wegen der Art seines Dahinscheidens».Nach der Beerdigung beschließt Alan, dass er das liebgewonnene Heim am Strand von Malibu verkaufen muss, da er nicht in der Lage sein wird, die Rechnungen zu bezahlen. Das Interesse ist natürlich groß. Auch bei altbekannten und prominenten Gesichtern. So besichtigt John Stamos (Full House) das Haus ebenso wie Jenna Elfman, die einst in der Folge Wer kriegt die Verrückte als Frankie mit Alan anbandelte, und Thomas Gibson in ihren Paraderollen als Dharma and Greg. Der verrückte Hippie und der spießige Anwalt, die sich inzwischen gar nicht mehr so gut verstehen wie zu ihren besten Zeiten.

Statt in Pamela Anderson landet Charlie im Staubsauger

Im Laufe der Verkaufsvorbereitungen bekommt Alan die Urne mit der Asche seines Bruders in die Hand gedrückt. Er überlegt, sie einfach am Strand beizusetzen, obwohl Charlie verfügt hatte, dass seine Asche von Pamela Anderson verschluckt werden soll. «Dann können junge eingeölte Mädchen auf Dir sitzen - ganz wie früher.» Auch das passt zu Harper wie zu Sheen.

Auf dem Weg zum Strand entdeckt Alan jedoch einen völlig durchnässten Mann auf seinem Balkon und lässt vor Schreck die Asche mit der Urne fallen, die sich im gesamten Wohnzimmer verteilt. Alan verschüttet die Asche schließlich, als urplötzlich Ashton Kutcher auf der Veranda steht. Sheen wird so später «der Typ in dem Staubsauger». Kutcher zeigt sich als künftiger Mitbewohner Walden Schmidt gleich mehrfach splitternackt. Sein Schritt wird jedoch stets gepixelt. Es bleibt also der Phantasie der Zuschauer überlassen, worauf sich der folgende Dialog zwischen Kutcher und Cryer alias Schmidt und Harper stützt: «Ich bin Walden.» - «Ich bin beeindruckt.

»Skandalnudel gut durch

Derweil kehrte Charlie Sheen gestern Abend ebenfalls auf die amerikanischen TV-Bildschirme zurück: in der Comedy-Show The Roast Of Charlie Sheen. Zu sehen war diese auf Comedy Central. Er nahm höchstselbst auf dem heißen Stuhl Platz, um sich auch von Promis wie dem Ex-Boxer Mike Tyson, Rockgitarrist Slash oder Jackass-Chaot Steve-O grillen zu lassen. Sinn und Zweck der legendären Roasts in Anlehnung an die typisch amerikanischen Barbecues ist es nämlich, bekannte Persönlichkeiten mal ordentlich durch den Kakao zu ziehen. Keine Macke, keine Schwäche, die nicht von den lieben Kollegen, Freunden und Feinden aufs Korn genommen wird.Und wessen Leben bietet da wohl besseren Stoff als des Charlie Sheen - mit all seinen Drogenexzessen, Sexskandalen und verbalen Aussetzern. Auch wenn er sich während der 63. Emmy-Verleihung zuletzt geläutert zeigte: «Aus tiefstem Herzen wünsche ich euch nichts, außer das Beste für die neue Staffel», sagte er da in Richtung seiner Ex-Kollegen, mit denen er acht Jahre bei Two And A Half Men zusammengearbeitet hatte.

Sheen war gekommen, um den Preis für die Kategorie «Bester Schauspieler in einer Comedy-Serie» zu verleihen. Vor zwei Jahren war er noch selbst nominiert gewesen. «Wir haben acht wunderbare Jahre zusammen verbracht, und ich weiß, dass ihr weiter ausgezeichnetes Fernsehen machen werdet», fügte Sheen an und erntete dafür anhaltenden Applaus.

«Charlie Sheen ist wie Bruce Willis»

In The Roast Of Charlie Sheen ging es hingegen weniger kuschelig zu. «Charlie hat zwei Sachen mit Bruce Willis gemeinsam: Er war der Größte in den 80er Jahren und wurde von Ashton Kutcher ersetzt», schallte es Sheen da entgegen, der das Spektakel lässig lächelnd über sich ergehen ließ. Durch die Sendung führte der Emmy-Preisträger, Autor und Synchronsprecher Seth MacFarlane, der unter anderem für die Cartoons Family Guy und American Dad verantwortlich zeichnet.Seit 2003 grillt Comedy Central regelmäßig Prominente und gibt dem persönlichen Umfeld des Stars die Möglichkeit, vor Livepublikum mit ihm abzurechnen und ihn vor laufenden Kameras zu verspotten. Bislang hat sich kaum jemand diese einmalige Gelegenheit entgehen lassen. So folgten schon Heidi Klum, Jon Stewart, Ben Stiller oder Anna Nicole Smith der Anfrage des Senders und wurden für 60 Minuten Mitglied in Amerikas zynischster Entertainment-Jury überhaupt.Am 22. Oktober zeigt Comedy Central von 22.05 bis 1 Uhr The Roast Of Charlie Sheen erstmals auch im deutschen Fernsehen. Zuvor werden dort am 15. Oktober David Hasselhoff sowie am 8. Oktober William Shatner geröstet.

Quelle: Nachrichten - Medien Nachrichten - «Two and a Half Men» - Charlie Sheen ist allgegenwärtig
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