Ashton Kutcher beerbt Charlie Sheen in "Two and a half Men"

Vom Toy Boy zum Ersatz-Charlie

Als Schauspieler hat Ashton Kutcher bislang alles getan, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, einen Oscar zu gewinnen. Stattdessen kassierte er eine Goldene Himbeere als schlechtester Hauptdarsteller des Jahres 2010 - und das für gleich zwei Filme: die Krimikomödie Kiss & Kill und die Romanze Valentinstag. Den Schmähpreis ertrug Kutcher mit Fassung. «Ich werde wohl nie der beste Schauspieler Hollywoods. Aber ich hoffe zumindest, der zu sein, der am härtesten arbeitet», sagte er in einem Interview mit 123people.

Auf der großen Leinwand konnte Kutchter bislang selten überzeugen. Meist wurde er mit miesen Kritiken bedacht. So urteilte die Chicago Sun Times über sein Wirken in der Komödie Voll verheiratet aus dem Jahr 2003, die Gags seien «mechanisch gespielt» und die Hauptdarsteller (Kutcher und Brittany Murphy) seien B-Stars.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb recht süffisant über seine Leistung in Freundschaft plus, der gerade in den deutschen Kinos lief: «Für Ashton Kutcher, der sonst gern mal gegen die eigene Überforderung anspielen muss, ist Adam eine ideale Rolle, weil er hier überfordert sein darf.» Und auch über Toy Boy, der jetzt als deutsche Free-TV-Premiere im ZDF in der Reihe «Sommernachtsphantasien» gezeigt wird, wurde hergezogen: Ashton Kutcher, der in dem Streifen die Titelfigur gibt und viel nackte Haut zeigt, sollte besser kein Hauptdarsteller sein, schrieb filmstarts.de.

Jungenhaftes Lächeln, durchtrainierter Körper

Dabei hat Kutcher alles, um in Hollywood erfolgreich zu sein: Augen, aus denen der Schalk blitzt, ein jungenhaftes Lächeln, einen durchtrainierten Körper. Kein Wunder, dass der Schauspieler als Model immer mal wieder gefragt ist. Zuletzt sah man ihn für die neue Colcci-Kollektion in Sao Paulo auf dem Laufsteg defilieren. Kutcher kam mit Dreitage-Bart, im Streifen-Shirt, mit Jeans und Schlabber-Basecap und sah einfach hinreißend aus. Und manch ein Besucher der Modenschau fragte sich, wer wohl morgens mehr Zeit im Bad verbringt: der 33-jährige Beau oder seine 15 Jahre ältere Ehefrau Demi Moore?

Ebenso könnte man sich auch die Frage stellen, warum Ashton Kutcher überhaupt Schauspieler wurde. Und wie er es geschafft hat, Nachfolger von Charlie Sheen in der US-Sitcom Two And A Half Men zu werden. Kann er die Lücke schließen, die Sheen hinterlassen hat? Der Geschasste selbst meint Ja. Laut dem OK!-Magazin hat Sheen seinem Erben per Twitter gratuliert, nachdem er sich zunächst über ihn lustig gemacht hatte.

Im Fernsehen besser aufgehoben

Die Skepsis der Serienfans und der TV-Branche ist groß. Zuletzt wurde gespottet: «Was ist die Quadratwurzel aus 6,8 Millionen Followern? Two And A Half Men!» Eine Anspielung auf die vielen jungen Leute, die Kutcher auf Facebook und Twitter folgen. Diese große Popularität Kutchers könnte sich jedoch als Pluspunkt für die Sitcom erweisen.

Die Skeptiker sollten zudem bedenken, dass Kutcher im Fernsehen definitiv besser aufgehoben ist als im Kino. Wer ihn einmal in der MTV-Show Punk'd erlebt hat, in der Promis veralbert werden, ist erstaunt über Kutchers pfiffiges Agieren. Da zeigt er Charme und Witz und strahlt eine Power aus, die seinen Leinwandfiguren abgeht. Außerdem hat sich der Schauspieler bereits im Sitcom-Geschäft bewährt: Mit Die wilden Siebziger feierte er bis zur Einstellung der Sendung im Jahr 2006 seinen ersten großen Fernseherfolg.

Kutcher will jedenfalls sein Bestes geben: «Ich kann Charlie Sheen nicht ersetzen, aber ich werde mir den Arsch abarbeiten, um die Zuschauer höllisch gut zu unterhalten.»

Toy Boy, Montag, 1. August 2011, 22.15 Uhr, ZDF

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